Grundfähigkeitenversicherung Eine starke Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung
von Tim Ruppert
Wenn es um die Absicherung des eigenen Einkommens geht, denken die meisten Menschen zunächst an die klassische Berufsunfähigkeitsversicherung (BU).
Doch als Versicherungsmakler in Aschaffenburg beobachten wir einen deutlichen Trend: Immer mehr Kundinnen und Kunden interessieren sich für die Grundfähigkeitenversicherung als Alternative zur BU.
Dabei handelt es sich keineswegs um ein brandneues Produkt, erste Anbieter wie die Canada Life oder die WWK hatten entsprechende Tarife bereits vor Jahren im Portfolio.
Bekannter wurde die Grundfähigkeitenversicherung jedoch erst vor rund elf Jahren, als der Volkswohl Bund mit seinem Tarif „Existenz" für mehr Aufmerksamkeit sorgte.
Bis heute bleibt sie ein Nischenprodukt, allerdings mit spürbarem Wachstumspotenzial.
Was genau leistet die Grundfähigkeitenversicherung?
Im Kern handelt es sich bei der Grundfähigkeitenversicherung um eine Summenversicherung nach Art der Lebensversicherung.
Verliert eine versicherte Person durch Krankheit, Unfallfolgen oder andere Ereignisse eine bestimmte, im Vertrag festgelegte Grundfähigkeit, wird die vereinbarte Leistung fällig.
Zu den elementaren Fähigkeiten, die praktisch bei allen Anbietern mitversichert sind, zählen unter anderem Sehen, Hören, Sprechen, der Gebrauch von Armen und Händen, Sitzen, Treppensteigen oder Gehen.
Je nach Tarif lassen sich auch spezifischere Fähigkeiten wie die Smartphone-Nutzung, Fahrradfahren oder der Erhalt der Fahrerlaubnis absichern.
Der Teufel steckt im Detail der Bedingungen
Entscheidend ist stets der genaue Wortlaut der Versicherungsbedingungen.
Beim Merkmal „Gehen" etwa verlangen viele Versicherer, dass 400 Meter ohne Pause zurückgelegt werden können, die Allianz und die Bayerische definieren dies ganz konkret, während die Canada Life zusätzlich ein Zeitlimit von 20 Minuten vorgibt.
Auch beim Einschluss psychischer Erkrankungen unterscheiden sich die Anbieter erheblich: Der Volkswohl Bund bezieht sich auf psychische Erkrankungen allgemein in Verbindung mit der vollen Erwerbsminderung, während die Allianz und die Bayerische den Leistungsauslöser enger auf „schwere Depression" fassen, teils sogar mit konkreter ICD-10-Diagnose.
Auch eine Arbeitsunfähigkeitsklausel, wie sie unter anderem von der Dortmunder, Helvetia und Swiss Life angeboten wird, rückt die Grundfähigkeitenversicherung zunehmend näher an die klassische BU heran.
Für wen eignet sich die Grundfähigkeitenversicherung?
Grundsätzlich eignet sich dieser Schutz für nahezu jeden, wobei sich die Grundfähigkeitenversicherung besonders für körperlich tätige Berufsgruppen wie Handwerker oder Pflegekräfte als preislich attraktivere Alternative zur BU etabliert hat.
Denn oft entscheidet das verfügbare Budget über die Höhe der Absicherung, dann kann es sinnvoller sein, eine passende Summe über die Grundfähigkeitenversicherung abzusichern, statt eine BU mit spürbarer Deckungslücke abzuschließen.
Auch abseits klassischer Berufsrisiken kann dieser Schutz wertvoll sein, etwa wenn feinmotorische Fähigkeiten durch Krankheit verloren gehen und eine hochwertige Prothetik notwendig wird.
Zusätzlich kann eine BU-Option vereinbart werden, welche eine Prüfung bei einer beruflichen Neuorientierung als sinnvoll darstellt.
Fazit
Die Grenzen zwischen Grundfähigkeitenversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung verschwimmen zunehmend. Mit dem Einschluss psychischer Erkrankungen und einer Arbeitsunfähigkeitsklausel nähern sich viele Tarife der klassischen BU deutlich an, auch wenn im Detail weiterhin Unterschiede bestehen.
Als Versicherungsmakler in Aschaffenburg begleitet wir unsere Kundinnen und Kunden dabei, die individuell passende Lösung zu finden, denn wie so oft im Versicherungswesen liegt die Wahrheit im Kleingedruckten der Bedingungen.
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